23. August 2017

Don't tell me lies - Corey Ann Haydu





Preis: 9,95
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2015
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Beschreibung:


Tabitha fühlt sich von allen unverstanden - der Junge, in den sie verliebt ist, ist bereits vergeben und ihre beste Freundin wendet sich einfach von ihr ab. Da entdeckt sie im Internet die Website 'Life by Committee'. Endlich hat sie das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein, denn hier sind alle, genau wie sie, auf der Suche nach einem mutigeren, spannenderen Leben. Anonym vertrauen sich die Mitglieder ihre intimsten Geheimnisse an und erhalten Aufgaben, die sie erfüllen müssen. Doch je mehr Tabitha von sich preisgibt, desto klarer wird ihr, dass 'Life by Committee' weder so unschuldig noch so anonym ist, wie es anfangs schien. Und dass ihre Geheimnisse nicht sicher sind…



Meine Meinung:




Wie eben schon angesprochen, hat mich die Autorin mit diesem Klappentext sofort gekriegt. Die Idee und das Thema, auf dem das Buch basiert, klangen für mich wahnsinnig interessant. Zusätzlich haben sie mich mit den Aufgaben vom virtuellen Spiel, die die Jugendlichen jedoch in der echten Welt erledigen müssen, auf Anhieb ein wenig an „Erebos“ von Ursula Poznanski erinnert. Kurz gesagt, ich bin immer noch begeistert von der Idee und denke, dass man daraus sehr viel hätte machen können.

Leider bin ich der Meinung, dass Corey Ann Haydu nicht so viel aus ihrer Idee herausgeholt hat wie möglich gewesen wäre. Die Grundidee von „Don‘t tell me lies“ begeistert mich noch immer sehr, allerdings lässt die Umsetzung in diesem Buch meiner Meinung nach zu Wünschen übrig.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tabitha - einer sechzehnjährigen, rebellischen Teenagerin – erzählt. Lange Zeit, eigentlich bis zum Ende, wurde ich nicht warm mit ihr, da Tabitha mir schlichtweg gar nicht sympathisch war. Sie verkörpert fast den ganzen Roman über das Mädchen, das ich eben nicht sein möchte: Ein Mädchen, das mit dem Freund einer anderen rummacht und glaubt, sie wäre in ihn verliebt. Ein Mädchen, das sich ausschließlich für Jungs interessiert. Lediglich der Fakt, dass sie genauso gerne liest wie ich, verbindet mich mit diesem fiktiven Charakter. Von daher ist ziemlich klar, dass ich für Tabitha bis zum Ende fast keine Sympathie gehegt habe. Darüber hinaus konnte ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass sie bis zum Schluss jede Aufgabe von ‚Life by Committee‘ ohne Murren erledigt, ohne zu merken, wie sehr sie ihr Leben damit zerstören könnte.

Irgendwann hat mich Tabitha mit ihrer Art, ihrem Verhalten und ihren Gedanken einfach nur noch genervt. Im Mittelteil des Romans findet man viele sich wiederholende Passagen vor. Immer wieder denkt die Protagonistin nur an Joe, wobei ihre Gefühle zwar nicht zu kurz kamen, mir aber nicht glaubwürdig genug beschrieben wurden. Auch die immer schwieriger werdenden Aufgaben der Internetcommunity meistert Tabitha meist ohne größere Hürden; erst ganz am Ende scheint sie sich wirklich der Konsequenzen ihrer Dummheiten bewusst zu werden.

Das überraschende Ende ist auch so ziemlich der einzig positive Punkt, der mich geflasht hat. Nach 200 Seiten hätte ich nicht gedacht, dass die Autorin das Ende noch so herausreißen würde. Aber Corey Ann Haydu überrascht mit einem bewegenden Ende mit einigen Wendungen, die ich nicht vorausgesehen habe. So wie der Schluss hätte auch das restliche Buch sein sollen! Meiner Meinung nach wird erst am Ende des Romans die Problematik der „Internetgefahr“ klar und Tabitha gewinnt einen Sympathiepunkt für ihr Handeln.

Obwohl ich das Buch mit einem positiven Ende hinter mir lasse, bin ich der Meinung, dass man keine Bücher empfehlen sollte, die die meiste Zeit ein negatives Gefühl in einem verbreiten. Da Tabitha mich größtenteils nur genervt hat und ich die Umsetzung lange nicht so gelungen finde wie die Idee, kann ich mich leider nicht im Nachhinein für „Don‘t tell me lies“ begeistern.


  3 von 5 Sternen



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Alles Liebe, Claudia 

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