14. Juni 2018

Abitur 2018 - Erfahrungen, Noten & Zukunft

Welcome back!

Die letzten Monate hatte mich das Abitur 2018 in den Fängen. Seit einem Tag bin ich nun aber durch und fühle mich so frei wie lange nicht mehr!
Für alle, denen das Abitur noch bevorsteht, wollte ich schlussendlich diesen Blogpost mit meinen Erfahrungen verfassen. Und natürlich für mich, damit ich mich auch an diese Lebensphase unverfälscht erinnern kann.
Außerdem soll dieser Blog ja auch etwas über mich als Person verraten😸

Herzlichen Glückwunsch übrigens an jeden, der es auch hinter sich gebracht hat!

Rahmendaten:

Ich habe in Hamburg auf einem Gymnasium nach zwölf Jahren mein Abitur gemacht. Da innerhalb von Deutschland ja sehr krasse Unterschiede bezüglich des Anspruchs bestehen - trotz Zentralabi - war das Hamburger Abi sicherlich nicht das schwierigste. Leicht kam es mir deshalb aber auch nicht vor!😂

In Hamburg muss man sich in drei Fächern schriftlich und in einem mündlich prüfen lassen. Dabei müssen die drei Bereiche Sprachen, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften abgedeckt werden. Mindestens zwei Fächer müssen auf erhöhtem Niveau geprüft werden, man muss sich in zwei Hauptfächern prüfen lassen und in einem der Profilfächer. So war es jedenfalls an meiner Schule.

So bin ich letzten Endes auf meine Prüfungsfächer gekommen:
- schriftlich -
1. Bio - mein Profilfach, Naturwissenschaft eN
2. Deutsch - ein Hauptfach, Sprache eN
3. Mathe - zweites Hauptfach, Naturwissenschaft eN
- mündlich -
4. Geschichte - Gesellschaftswissenschaft

Vorbereitung:

Besonders für die schriftlichen Prüfungen ist die Vorbereitung meiner Meinung nach der wichtigste Punkt.

Das Abitur zeigt nicht, wie schlau du bist, sondern nur, wie gut du dich motivieren, (auswendig) lernen und die Lehrer überzeugen kannst. Vergesst das nicht!

Da Biologie und Mathe sehr "üble" Lernfächer sind, habe ich tatsächlich Ende Januar, Anfang Februar mit dem Lernen angefangen. Jeden Tag habe ich dafür aber auch nur eine Stunde pro Fach gelernt. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich nicht hätte so früh anfangen müssen. ABER: Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich daher noch eine relativ entspannte Vorbereitungsphase. Als alle zwei Wochen vorher wie wild angefangen haben mit dem Lernen, war ich schon fast durch. Vorteil, wenn man früh anfängt, ist, dass die Lernzeit sich über längere Zeit erstreckt und man dementsprechend pro Tag gar nicht so viel machen muss!😇😍

In Bio habe ich mir die Anforderungsliste angeschaut und für jeden Unterpunkt Lernzettel geschrieben, welche ich Wort für Wort auswendig gelernt habe - im Nachhinein auch nicht notwendig, aber hilfreich gewesen!
Prüfungsthemen gibt es immer drei - dieses Jahr Ökologie, Genetik und Neurobiologie. Ich kann nur empfehlen, alle drei zu lernen, weil man dann im Abitur eine Wahl hat! (man muss zwei von drei Themen bearbeiten)

In Mathe sind absolute Lebensretter:
- Daniel Jungs Videos auf YouTube
- die Website "Studyhelp", auch von Daniel Jung als gute Themenzusammenfassung
- gaaanz viele alte Abituraufgaben rechnen und sich nicht davon irre machen lassen
- generell ganz viele Aufgaben rechnen und üben
- Themenzusammenfassungen erstellen bzw. sich sozusagen generalisiert aufschreiben, wie man bei welchem mathematischen Problem vorgehen muss
- Glück haben, es ist wirklich so aufgabenabhängig😅

In Deutsch hatten wir 2018 vier Themen zur Auswahl, wovon für mich sowieso nur zwei in Frage kamen: Fallgeschichten oder materialgestütztes Schreiben.
Mit der Vorbereitung habe ich - wie eigentlich alle - erst eineinhalb Wochen vorher angefangen, als ich Bio schon abgehakt hatte. Reicht völlig aus!
Schnell war für mich klar, dass ich in jedem Fall materialgestütztes Schreiben wählen würde, wenn das Thema Kommentar würde. Wie in Hamburg bis jetzt immer!
Also habe ich mir halt einfach die Sachen aus dem Unterricht zur Methodik angeschaut, die vorgegeben Themen gegoogelt und Musterklausuren durchgelesen. Das war's!

Mit Geschichte lernen habe ich erst angefangen, als alle schriftlichen Prüfungen durch waren. Vorher könnt ihr euch mental gar nicht auf die mündliche Prüfung einstellen! Nach den schriftlichen Prüfungen war ich sowieso noch zwei Wochen auf Reisen, weshalb ich am Ende circa drei Wochen gelernt habe.
Da ich mich für eine Präsentationsprüfung entschieden habe, habe ich zwei Wochen vor der Prüfung die Aufgabenstellung bekommen. Danach habe ich hauptsächlich das Gelernte meiner zwei Themen "Russische Revolution" und "Industrialisierung" wiederholt und halt meine Präsentation ausgearbeitet.

Erfahrungen:


Es ist nicht so schlimm, wie ihr denkt! Es ist erst recht nicht so schlimm, wie alle immer behaupten! Klar, das klingt jetzt alles mega stressig und nach viel zum Lernen, aber mein Ziel war auch ein möglichst guter Abischnitt. Bestehen kann man - glaubt mir - auch mit sehr wenig Arbeit und Vorbereitungszeit.

Und ernsthaft: Vorher hatte ich die größte Panik des Jahrhunderts. Aber hinterher kamen einem die schriftlichen Prüfungen vor wie ganz normale lange Klausuren. Wenn ich jetzt kürzere Klausuren schreiben müsste, dann hätte ich bestimmt Zeitprobleme!

In Hamburg ist es zusätzlich so, dass wir im November 2017 das Vorabi schreiben mussten, um uns fürs Abi zu qualifizieren. Klingt blöd, war aber eine tolle Vorbereitung, um beim echten Abi nicht so aufgeregt zu sein.

Ob die Aufgaben viel schwieriger sind als vorher im Unterricht?

In Bio kam mir die Klausur gar nicht so viel schwieriger vor. Gewählt habe ich die Themen Genetik und Ökologie, weil Neurobiologie etwas war, was wir so noch nie behandelt hatten.
Man muss bei Bio, besonders auf dem erhöhten Niveau, sehr in die Tiefe gehen. Bei Ökologie gab es z.B. ein paar Aufgaben, bei denen mir schon klar war, dass ich auf ein paar Punkte vom Erwartungshorizont locker nicht gekommen bin!
Gleichzeitig war es sehr, sehr viel improvisieren. Abgesehen von den zwei Aufgaben im ersten Anforderungsbereich hat mir das Gelernte zwar geholfen, aber war natürlich nicht die Lösung für die gesamte Aufgabe.
Geschrieben habe ich 24 Seiten (um den Dreh, bin mir gar nicht mehr sicher😂😂). Von dem, was ich von den anderen aus meinem Profil gehört habe, ist das relativ normal und für fünf Stunden wirklich machbar.
Ich sag euch aber, die Hand tut danach echt weh!

In Deutsch habe ich materialgestütztes Schreiben gewählt: Wir mussten einen Kommentar zum Thema "Duzen und Siezen und ob man nur noch Duzen sollte" schreiben. Diese Aufgabe war eigentlich normal schwer, wie man es aus dem Unterricht kannte. Alle anderen Aufgaben waren allerdings aus meiner Sicht suuuper schwer bzw. für den Zeitraum von fünf Stunden so angelegt, dass man Mühe hat, ausführlich zu arbeiten.
Der Kommentar war allerdings meine Rettung, denn dort gibt es immer eine Wortbegrenzung. Das heißt, ich durfte nicht mehr als 1000 Wörter schreiben, war mindestens eineinhalb Stunden früher durch und hatte mehr als massig Zeit, um über jedes einzelne Wort nachzudenken.

Mathe - das Fach, vor dem ich solchen Respekt hatte. Im Vergleich zum Abitur 2017 waren unsere Aufgaben einfacher. ABER: Holla, die Waldfee, bei manchen Aufgaben musste ich echt lange grübeln und hatte hinterher keine Ahnung, ob ich es richtig gelöst hatte.
Beim Matheabi können halt immer Aufgaben drankommen, die man so zuvor noch nie gesehen hat, die einen überrumpeln und zur Verzweiflung treiben. Das Niveau war - im Vergleich zum Vorabi und zu unseren Klausuren - deutlich anspruchsvoller. Nichtsdestotrotz bin ich mit der Zeit gut hingekommen und konnte alles bearbeiten, aber Mathe ist auch mein bestes Fach, hehe😇😘

Meine Geschichtsprüfung war eine Mischung aus tollen, total netten und sympathischen Prüfern, einer deshalb sehr entspannten Atmosphäre, einer ganz guten Aufgabe, viel Vorbereitung - und: ich hatte Glück, dass nur Fragen drankamen, die ich beantworten konnte. Zwischenmenschliches spielt dabei so eine große Rolle. Weil ich mich mit den Prüfern wohl gefühlt habe, war ich nicht sooo aufgeregt und konnte besser abliefern.
Ich sag euch: Die halbe Stunde geht so schnell vorbei und schon hat man es geschafft.

Meine Noten & Zukunft:

Ehrlich gesagt frage ich mich, ob es angeberisch rüberkommt, wenn ich meinen Schnitt einfach so veröffentliche. Das soll es nicht sein! Ich habe hart dafür gearbeitet und mir ist bewusst, dass mein Schnitt nichts über meine Intelligenz aussagen kann.

Die Abiturdurchschnittsnote setzt sich aus 2/3 Kursarbeit der Oberstufe und 1/3 der Prüfungen zusammen.

Alles in allem sind meine Prüfungen besser gelaufen, als ich mir je erträumt habe.
Ich könnte ausrasten, denn ich habe meinen erträumten Schnitt von 1,0 auf den letzten Drücker noch erreicht. Aaaaaah, ich freue mich so!!! Hoffentlich kann ich so mein Ziel von einem Medizinstudium dieses Jahr schon verwirklichen.

Für alle, die das jetzt negativ als Streberin abstempeln: Sorry, dass ich Träume und Ziele habe und für diese kämpfe!😋 Aber ich hoffe, ihr freut euch mit mir und mit euch und mit den anderen Abiturienten und Studenten und Schülern, die sich tagtäglich Prüfungen unterziehen müssen.

Ich war immer motiviert?
Ha, niemals. Hier ein Beweis, dass ich auch manchmal lieber Lernsnaps mache, anstatt richtig zu lernen😎 Das ist völlig normal, solange man es schafft, das Prokrastinieren in Grenzen zu halten.



Schlussendlich mein Fazit: Ihr schafft das! Das Abitur ist kein Hexenwerk, sondern eine von vielen Prüfungen, die man im Leben absolvieren muss.
Wenn man für etwas kämpft, dann wird es in Erfüllung gehen. Daran glaube ich.

Alles Liebe, eure Claudia

P.S.: Wer fühlt sich auch gerade wie Dobby, wie ein freier Elf nach den Prüfungen? 😂😻

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